Es wäre wunderbar, wieder einmal diese sanfte grüne Hügellandschaft zu durchwandern. Also, frag mich doch, ob ich kommen möchte, wenn Dir das möglich ist. (Garrington Manor, Oxford, 17. Juli 1916)
Letzte Nacht habe ich Jakob zuende gelesen – eine absolut großartige Leistung – mehr Dichtung (...) als alles andere, und, so prophezeie ich, als solche unsterblich. Die Erzähltechnik ist verblüffend – wie Du es fertig bringst, alles Langweilige wegzulassen und trotzdem genug Schnur für Deine Perlen in der Hand zu behalten, ist mir schleierhaft. Einige Male musste ich schreien, aus schierer Begeisterung über das Geschriebene. (The Mill House, 9. Oktober 1922)
Lieber Lytton, »Aus Träumen von dir erhebe ich mich« – darum schreibe ich Dir. Ich bin gerade erwacht aus einem Traum, in welchem ich mich in einer Theateraufführung befand; ich saß im Parkett; Du saßt auf der anderen Seite, über den Mittelgang hinweg, in der ersten Reihe; und plötzlich drehtest Du Dich um, schautest mich an, und wir bekamen beide einen Lachkrampf. Ich habe keine Ahnung, was das für ein Stück war und worüber wir lachten, aber wir waren beide sehr jung (nein, Du hattest Deinen Bart), und in dem Alter, als wir uns noch regelmäßig schrieben. Warum sind diese Träume lebendiger als das wirkliche Leben? (Tavistock Square, 10. Dezember 1931)
Christiane Henke: Liebster Lytton! Virginia Woolf & Lytton Strachey – Briefe
