Buddeln! Graben! Löcher! Gruben!
Neue Kinderbücher über ein Vergnügen, das Erwachsene oft nicht verstehen.
Es gibt wohl kein Kind, das es nicht liebt, mit Erde und Matsch zu spielen, sich mit der Schaufel ins Erdreich zu graben und Sand zu immer höheren Kegeln aufzuhäufen. In den ersten zehn Lebensjahren ist das Schippen und Buddeln den Kindern geradezu elementares Bedürfnis, wie Atmen, Schlafen oder Essen. Materie bewegen, bauen, zerstören, neu bauen, die Beschaffenheit des Untergrunds erkunden, den Sand trocknen, rieseln, einstürzen sehen – was für ein Vergnügen! Noch Vierzehnjährige sieht man selbstvergessen am Meeressaum knien, halb im Wasser, halb an Land, und mit den Händen im Schlick graben, amorphe Gebilde formen, schließlich mit einem Lächeln den Fluten alles Gebaute wieder anheimgeben. Und auch die Erwachsenen lassen den trockenen Sand zwischen den Fingern rieseln, stecken im Frühling die Finger in den Boden und fühlen sich im wahrsten Sinne des Wortes geerdet. Als gäbe es in uns eine genetisch codierte Verwurzelung mit dem Erdreich, das wir beackern, bearbeiten seit Jahrtausenden und dem wir unsere Toten anvertrauen.
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