»Wir Asiaten leben mit solcher Intensität, dass es fast unmöglich sein wird, Kränkungen dieser Art vergessen zu machen.«
»Ja, das meine ich auch! Die Chinesen verzeihen uns nie. Sie sind genauso nachtragend wie wir Japaner!« Aus eigenen Erfahrungen wusste Naotaro, dass das so war und so bleiben würde. Die Kränkung, das unehrenhafte Vorgehen, sie würden schlimmer nachwirken als die Schäden und Verluste, die der Krieg verursacht hatte.
Ratlos darüber, wie es weitergehen würde, verabschiedeten sich die beiden Männer. Was sie sicher wussten, war ihre Ohnmacht, den Gang der Dinge ändern zu können. Ihre Verbeugungen beim Auseinandergehen schienen ihnen heute schwerer zu fallen als sonst. Das Gespräch wirkte in ihnen fort, auch wenn es formal zu Ende war. Herr Nagano hatte vor dem Gehen noch ein Buch ausgewählt. Es handelte vom Überfall der Mongolen auf China. Beim kurzen Hineinlesen hatte er das Gefühl bekommen, dass sich die Mongolen damals, vor über sechshundert Jahren, ganz ähnlich wie jetzt die Japaner verhalten hatten. Als guter Kenner der Geschichte wusste er, dass Japan es damals nicht seiner so bejubelten Überlegenheit verdankte, von den Mongolen nicht erobert und unterworfen worden zu sein, sondern jenen günstigen Taifunwinden, die seither in Japan eine besondere Bedeutung haben, insbesondere dem Kamikaze, dem Götterwind.
